3.12.2019 - Int. Tag der Menschen mit Behinderung


Wie gehen Menschen mit Behinderung mit dem Thema Tod um? Anna Mühle sprach darüber mit Ihrem Cousin Florian.

 

(Der Beitrag erschien im Heft Nummer 6) und wird anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung hier noch mal frei zur Verfügung gestellt.

Wie gehen Menschen mit Behinderung mit dem Thema Tod um? Anna Mühle sprach darüber mit Ihrem Cousin Florian.

(Der Beitrag erschien im Heft Nummer 4) und wird anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung hier noch mal frei zur Verfügung gestellt.

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Über die Trauer von Menschen mit Behind
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Der PEST-Anker


In den 1980ern gelang es einem französischen Archäologenteam den Anker der "Grand Saint Antoine" zu bergen. Foto: ARHA Marseille/M. Goury
In den 1980ern gelang es einem französischen Archäologenteam den Anker der "Grand Saint Antoine" zu bergen. Foto: ARHA Marseille/M. Goury

Herne (lwl). Was hat ein Anker mit der Pest zu tun? Am Montag erreichte das LWL-Museum für Archäologie in Herne das größte Exponat der Sonderausstellung "PEST!". Der massive Anker eines französischen Schiffes aus dem 18. Jahrhundert ist ein Zeugnis des letzten Ausbruchs der Seuche in Westeuropa, denn im Jahr 1720 brachte das Handelsschiff "Grand Saint Antoine" die Pest nach Marseille.

Das mit 3,60 mal 2,10 Meter größte und ca. 1,2 Tonnen schwere Objekt der Ausstellung ist im Foyer des Museums aufgestellt und empfängt dort die Besucherschaft der Ausstellung. "Das Exponat zeigt die Geschichte der Pandemie auf einzigartige Weise", so die Museumsleiterin Dr. Doreen Mölders.

Der Anker wurde 1978 bei unterwasserarchäologischen Untersuchungen in der Bucht von Marseille entdeckt, wo das Schiff einst versenkt wurde. In den 1980ern wurde er schließlich geborgen und zunächst in Meerwasser aufbewahrt, um seine Zersetzung durch Rost zu verhindern. Erst 2012 wurde der Anker restauriert und im Musée dHistoire in Marseille ausgestellt.

Die "Grand Saint Antoine" war vom östlichen Mittelmeer aus zehn Monate lang unterwegs gewesen, um am Ende ihre wertvolle Lieferung in Marseille abzuliefern. Etwa 280 Tonnen feinster Stoffe und 500 Säcke Pottasche aus dem Nahen Osten, dem Mittleren Osten und Nordafrika hatte sie geladen. Der Handel mit dem Nahen Osten war lukrativ, aber barg auch stets das Risiko die Pest einzuschleppen, da es in diesen Gebieten häufiger zu Ausbrüchen kam.

Nachdem die Pest Marseille insgesamt schon fünfmal heimgesucht hatte, war ein ausgeklügeltes gesundheitspolizeiliches System eingerichtet worden. Es bestand aus drei Phasen, die jedes Schiff durchlaufen musste: der medizinischen Kontrolle am Eingang des Hafens, verschiedenen Stationen zur Quarantäne von Passagieren und Handelsgütern außerhalb der Stadt sowie unterschiedliche Ankerplätze zur Quarantäne der Schiffe mit ihren Besatzungen. Die Mannschaften wurden je nach Herkunftshafen als bedenklich oder unbedenklich eingestuft.

Der Anker der "Grand Saint Antoine" wird bei seiner Bergung vorsichtig an Land gehoben. Foto: ARHA Marseille/M. Goury
Der Anker der "Grand Saint Antoine" wird bei seiner Bergung vorsichtig an Land gehoben. Foto: ARHA Marseille/M. Goury

Eigentlich hatte die "Grand Saint Antoine" nur als unbedenklich eingestufte Häfen angelaufen, bevor sie nach Marseille kam. Dennoch starben auf der Fahrt einige Besatzungsmitglieder und Passagiere. Doch die Diagnose war zunächst, dass es sich um ein Fieber handeln würde, nicht um die Pest. Darum wurde das Handelsschiff von französischen Beamten zunächst nur 30 Tage in Quarantäne geschickt. Weitere Krankheits- und Todesfälle unter der Besatzung ließen jedoch erahnen, dass die Ursache mehr als nur ein Fieber war.

Das Fatale: Die Flöhe, die den Pesterreger in sich tragen, befanden sich in den Stoffen. Die Stoffballen waren vom Schiff an Land gebracht worden, wo sie abseits der Stadt einen Monat in Quarantäne bleiben sollten. Doch es war bereits zu spät: Die Flöhe waren auf die Träger der Ware übergesprungen. Erneut griff der Schwarze Tod in der französischen Hafenstadt um sich.
Nach einem Monat wurde die "Grand Saint Antoine" und ihre Besatzung unweit der Stadt vor die Insel Jarre verlegt. Auch die Waren, die man bereits als Ursprung der Krankheit erkannt hatte, wurden auf die Insel gebracht. Die Maßnahmen nützten jedoch nichts. Die Pest breitete sich rasend schnell in Marseille aus. Auf der Suche nach einem Schuldigen wurde der Kapitän des Schiffes inhaftiert und die Besatzung musste auf der Insel ausharren.

Zwei Jahre lang wütete die Krankheit, erst dann galt sie als besiegt. Auf Befehl des französischen Königs waren das Schiff und seine Waren in der Zwischenzeit verbrannt worden. Nach ausführlichen Befragungen, Untersuchungen und langer Beobachtung durfte die Besatzung bereits im Januar 1721 die Insel Jarre verlassen. Den Kapitän sprach man vom Verbrechen frei und entließ ihn 1723 aus dem Gefängnis.

Über Jahrtausende war die Pest ein steter Begleiter der Menschen in Europa. Es gab sie schon in der Steinzeit, und sie existiert bis heute. Der jüngste Ausbruch war 2017 auf Madagaskar. Innerhalb der Ausstellung "PEST!" beleuchtet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vom 20. September 2019 bis zum 10. Mai 2020 die dramatische Geschichte des Schwarzen Tods. Anhand von rund 300 archäologischen, historischen und kulturgeschichtlichen Exponaten aus der ganzen Welt präsentiert die Ausstellung die tiefgreifenden Folgen der Seuche auf die Gesellschaft.


Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle,

Telefon: 0251 591-235 und

Jens Schubert, LWL-Archäologie für Westfalen,

Tel.: 0251 591-3504
presse@lwl.org

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Ausgabe 2 zum Download


Ausgabe 1 und 2 sind inzwischen vergriffen und wir haben uns entschieden, diese Hefte zum Download zur Verfügung zu stellen. All jene, die für die Printausgabe bezahlt haben, haben alle weiteren Ausgaben ermöglicht. Danke dafür.

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Qualifizierte Leichenschau


WIR BRAUCHEN MEHR OBDUKTIONEN sagte Prof. Dr. Rüdiger Lessig von der Rechtsmedizin in Halle im Interview. Wie auch andere plädiert er für mehr Qualität beim Thema Leichenschau.

 

Jeder Tote, der eingeäschert wird, muss zuvor im Rahmen einer zweiten Leichenschau noch mal untersucht werden. Das ist in allen Bundesländern so, außer in Bayern.
Diese Pflicht soll dafür sorgen, dass etwaige nicht-natürliche Todesursachen (wie z.B. Mord) nicht unentdeckt bleiben.

 

Wo liegt aber das Problem? Nun, außer, dass in Bayern niemand untersucht wird und auch Verstorbene, die erdbestattet werden, nicht noch mal unter die Lupe genommen werden, besteht das Problem darin, dass jeder Arzt, der zur Leichenschau gerufen wird, diese auch machen muss.

 

In einer Stellungnahme der Ärztekammer Bremen hieß es dazu, dass mangelnde Übung, mangelnde Zeit und mangelnde Vergütung zu einer schlechten Qualität dieser ersten Leichenschau führten. In Bremen gibt es seit 2017 eine qualifizierte Leichenschau, d.h. nur noch speziell qualifizierte Ärzte können die Leichenschau durchführen. Dadurch wird die zweite Leichenschau eingespart und der letzte Weg des Toten ist wesentlich ruhiger.

 

Eigentlich sollte das überall so sein, doch das wäre sehr teuer. Außerdem ist beim Ärztemangel gerade in den Flächenländern nicht klar, wie die Leichenschauen abgedeckt werden sollen.

Dennoch stellt sich die Frage: Ob Rechtssicherheit und ein würdevoller Umgang mit den Verstorbenen uns diese Kosten nicht wert wären.

 

Das ganze Interview mit Prof. Dr. Lessig findet Ihr im aktuellen Heft auf Seite 48/49.

 

#leichenschau #tod #feuerbesatttung #bestattung

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FullDome Award für ein Werk über den Tod

Es gibt wirklich spannende Projekte rund um den Tod, aber das hier ist was wirklich Neues.
 
Elisabeth Scheller (Jenny Kleine) und Pia Mozet haben sich auf FullDome-Filme spezialisiert und nun bereits zum zweiten Mal einen Preis gewonnen. Beim FullDome Festival in Jena gab es den StudentAward für ihr Werk 5 MINUTEN TOD.
 
Wir haben mit den beiden gesprochen:
 
Was ist FullDome?
 
Fulldome Filme haben eine kuppelbasierte Projektionsfläche, die man zum Beispiel in Planetarien findet. Man schaut die Filme auf einer halbkugelförmigen Fläche. Fulldome ist dadurch ein sehr immersives Medium, was dem Zuschauenden, auf eine einzigartige Weise, in den Film „hineingezogen“ zu werden. Für die Handlung bietet das eine Vielzahl von Möglichkeiten, da man ganz anders erzählen kann. Man schaut nicht nur auf ein Rechteck, sondern auf eine riesige Leinwand, die über, vor und hinter dir etwas zeigt.
 
Wie seid ihr auf den Tod gekommen?
 
Der Tod war schon lange ein faszinierendes Thema für uns. Juliane Uhl hat 2018 einen Vortrag in der Uni in Halle gehalten und mich haben ihre Aussagen inspiriert, da der Tod von vollkommen neuen Licht gezeigt wurde. Danach durfte ich sie für unser Studierenden-Journal interviewen. Hierbei sind mir viele Dinge weiterhin im Kopf geblieben und ich habe sie Pia erzählt. So sind wir dann auch auf das Thema gekommen. Der Tod sollte von einer populärwissenschaftlichen und ganz neuen Seite gezeigt werden. Das haben wir dann umgesetzt. Und Juliane Uhl hat den Text dazu geliefert, der die einzelnen Phasen des biologischen Todes auf eine sehr philosophische und poetische Art und Weise darstellt.
Wie hat das Publikum darauf reagiert, dass ihr in eurem Film "5 Minuten Tod" die Verwesung des Körpers sichtbar macht?
 
Sehr positiv. Viele waren fasziniert von den Prozessen und von dieser speziellen Schönheit. Viele haben bemerkt, dass im Tod eigentlich noch eine ganze Menge an Leben steckt.
 
Was kommt als nächstes?
 
Es ist ein Kurzfilm mit dem Tod (als Person) geplant. Allerdings von der lustigeren Seite her. Der nächste FullDome soll sich eventuell mit Tanz beschäftigen. Jetzt steht erstmal der Master an und die Annahme dessen….
 
Zum Film:
 
In unserem Kurzfilm visualisieren wir die biologischen Phasen des Todes: Totenflecken, Leichenstarre, Autolyse, Fäulnis und Verwesung. Jene Phasen wurden von uns ästhetisch realisiert und abstrakt dargestellt. Der Film besteht auf der auditiven Ebene aus gesprochenen Fragmenten von Juliane Uhl, die sich in ihrem Beruf mit Tod beschäftigt und unseren Bildern ihre Worte leiht. Weiterhin benutzen wir Musik und Geräusche, um die Visualisierung zu unterstützen.
 
"5 Minuten Tod" beschäftigt sich mit einem Thema, welches den meisten Menschen unangenehm und gleichzeitig unbekannt ist. Unser Film soll den Tod entmystifizieren und auf eine Ebene bringen, die wir als selbstverständlich verstehen und als ein Teil unseres Lebens. "5 Minuten Tod" ist gewisser Maßen unser Versuch, ein Echo aus dem Unbekannten zu visualisieren.
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