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Montagsinterview: Jakobine Theis


Foto: Max Schlick
Foto: Max Schlick

Was haben Sie mit dem Tod zu tun?


Zunächst das, was alle Lebewesen damit zu tun haben: Ich bin sterblich. Beruflich habe ich thematisch nichts damit zu tun, ich bin im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und des Journalismus tätig. Ich beschäftige mich jedoch ernsthaft seit meinem Studium der Germanistik und Kunstgeschichte damit und mach(t)e ihn zu meinem Forschungsgegenstand. Der Tod ist für mich ein Quell der (kulturellen) Inspiration. Diese Inspiration kann ich zum Beispiel in Artikeln für die DRUNTER&DRÜBER kanalisieren.


Wie sind Sie zu diesem Thema gekommen?


Ich war seit meiner Kindheit fasziniert von Dingen, die „nicht normal“ sind, schräg oder gruselig – der Schritt zum Thema Tod war da nicht mehr weit. Abgesehen von Filmen oder Serien war auch die Musik ein großer Faktor. Wenn man sich für düstere Thematiken interessiert, findet man in gewissen Subkulturen vieles, was im Alltag oft ausgeblendet wird. Natürlich ist der „echte“ Tod etwas völlig anderes und kann mitunter auch Furcht einflößen. Daher nähere ich mich ihm durch eine Art „Kulturbrille“, lese von und spreche mit Menschen, die ihm auf verschiedene Weise begegnen und versuche wiederum anderen davon zu erzählen und inspiriere sie vielleicht, sich mit dem Thema zu befassen.


Was macht der Tod mit Ihrem Leben?


Er fordert von mir den nötigen Respekt, inspiriert mich und hilft mir vor allem, das Leben als ein  Geschenk zu betrachten.


Was denken Sie über unser Verhältnis zum Tod?


Ich komme nochmal auf die „Dinge, die nicht normal, schräg und gruselig“ sind zu sprechen – denn ich glaube, da liegt sozusagen der „Fehler“: Auch der Tod selbst gilt für viele noch immer als nicht normal, schräg und gruselig. Natürlich können Todesumstände durchaus gruselig sein und vor allem nicht schön. Den Tod zu verdrängen, kann man als natürliche Abwehrreaktion betrachten. Dennoch müssen wir ALLE da durch, egal wann, wie und wo – warum dem „Gegner“ dann nicht gleich vorbereitet begegnen?


Haben Sie einen Rat an die Menschen, wie sie dem Tod begegnen könnten?
Der Tod kommt immer irgendwie unerwartet, egal, wie sich Menschen vor seinem „Besuch“ mit ihm auseinandergesetzt haben. Dennoch mein Rat: Bitte versuchen Sie sich wenigstens einmal im Leben mit dem Tod zu beschäftigen, vielleicht wird sein Besuch dann nicht ganz so zu einer (unangenehmen) Überraschung.


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