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Buchschau: Die Geschichte des Körpers

Thomas Stangl schreibt über das Leben und über das Altwerden, über das Noch-Mal-Erleben und den Tod. Die Erzählungen in „Die Geschichte des Körpers erfassen verschieden Situationen, die flirrend leicht und ungenau geschrieben sind, so dass ein jeder sich selbst darin verorten kann. Manchmal ist nicht klar, ob die Realität oder ein Traum, ob Erinnerung oder Hoffnung Ursprung einer Erzählung sind. In „Die Toten von Zimmer 105“ beschreibt ein Zivildienstleister, seine Wahrnehmungen in einem Altersheim. Die Erinnerung an zwei Damen in einem Zimmer, die nebeneinander ihr Leben zu Ende leben, vermischen sich mit Fragen des Ich-Erzählers.

 

„Es gelang mir, so zu tun, als würde ich weinen“ schreibt er, als eine Bewohnerin gestorben ist. Und in diesem einen Satz fasst er zusammen, was unsere Schwierigkeit mit dem Tod zu sein scheint: Wir denken, es gibt eine richtige Art, mit ihm umzugehen. Auch in den anderen Erzählungen und Fragmenten des Buches finden sich diese Sätze, die gerade, weil sie so unscheinbar sind, voller Weisheit scheinen. „Ich glaube, dass dann, wenn ich leise genug bin, niemand sterben wird.“ „Die Geschichte des Körpers“ ist ein Buch über das Leben, das manch einer schleichend nur durchlebt.  Stangl wurde für den Text „Die Toten von Zimmer 105“ mit dem WORTMELDUNGEN Literaturpreis 2019 ausgezeichnet. Zu Recht finden wir.

Hardcoer: 128 Seiten // Literaturverlag Droschl // 18,00 Euro

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