Qualifizierte Leichenschau


WIR BRAUCHEN MEHR OBDUKTIONEN sagte Prof. Dr. Rüdiger Lessig von der Rechtsmedizin in Halle im Interview. Wie auch andere plädiert er für mehr Qualität beim Thema Leichenschau.

 

Jeder Tote, der eingeäschert wird, muss zuvor im Rahmen einer zweiten Leichenschau noch mal untersucht werden. Das ist in allen Bundesländern so, außer in Bayern.
Diese Pflicht soll dafür sorgen, dass etwaige nicht-natürliche Todesursachen (wie z.B. Mord) nicht unentdeckt bleiben.

 

Wo liegt aber das Problem? Nun, außer, dass in Bayern niemand untersucht wird und auch Verstorbene, die erdbestattet werden, nicht noch mal unter die Lupe genommen werden, besteht das Problem darin, dass jeder Arzt, der zur Leichenschau gerufen wird, diese auch machen muss.

 

In einer Stellungnahme der Ärztekammer Bremen hieß es dazu, dass mangelnde Übung, mangelnde Zeit und mangelnde Vergütung zu einer schlechten Qualität dieser ersten Leichenschau führten. In Bremen gibt es seit 2017 eine qualifizierte Leichenschau, d.h. nur noch speziell qualifizierte Ärzte können die Leichenschau durchführen. Dadurch wird die zweite Leichenschau eingespart und der letzte Weg des Toten ist wesentlich ruhiger.

 

Eigentlich sollte das überall so sein, doch das wäre sehr teuer. Außerdem ist beim Ärztemangel gerade in den Flächenländern nicht klar, wie die Leichenschauen abgedeckt werden sollen.

Dennoch stellt sich die Frage: Ob Rechtssicherheit und ein würdevoller Umgang mit den Verstorbenen uns diese Kosten nicht wert wären.

 

Das ganze Interview mit Prof. Dr. Lessig findet Ihr im aktuellen Heft auf Seite 48/49.

 

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