FullDome Award für ein Werk über den Tod

Es gibt wirklich spannende Projekte rund um den Tod, aber das hier ist was wirklich Neues.
 
Elisabeth Scheller (Jenny Kleine) und Pia Mozet haben sich auf FullDome-Filme spezialisiert und nun bereits zum zweiten Mal einen Preis gewonnen. Beim FullDome Festival in Jena gab es den StudentAward für ihr Werk 5 MINUTEN TOD.
 
Wir haben mit den beiden gesprochen:
 
Was ist FullDome?
 
Fulldome Filme haben eine kuppelbasierte Projektionsfläche, die man zum Beispiel in Planetarien findet. Man schaut die Filme auf einer halbkugelförmigen Fläche. Fulldome ist dadurch ein sehr immersives Medium, was dem Zuschauenden, auf eine einzigartige Weise, in den Film „hineingezogen“ zu werden. Für die Handlung bietet das eine Vielzahl von Möglichkeiten, da man ganz anders erzählen kann. Man schaut nicht nur auf ein Rechteck, sondern auf eine riesige Leinwand, die über, vor und hinter dir etwas zeigt.
 
Wie seid ihr auf den Tod gekommen?
 
Der Tod war schon lange ein faszinierendes Thema für uns. Juliane Uhl hat 2018 einen Vortrag in der Uni in Halle gehalten und mich haben ihre Aussagen inspiriert, da der Tod von vollkommen neuen Licht gezeigt wurde. Danach durfte ich sie für unser Studierenden-Journal interviewen. Hierbei sind mir viele Dinge weiterhin im Kopf geblieben und ich habe sie Pia erzählt. So sind wir dann auch auf das Thema gekommen. Der Tod sollte von einer populärwissenschaftlichen und ganz neuen Seite gezeigt werden. Das haben wir dann umgesetzt. Und Juliane Uhl hat den Text dazu geliefert, der die einzelnen Phasen des biologischen Todes auf eine sehr philosophische und poetische Art und Weise darstellt.
Wie hat das Publikum darauf reagiert, dass ihr in eurem Film "5 Minuten Tod" die Verwesung des Körpers sichtbar macht?
 
Sehr positiv. Viele waren fasziniert von den Prozessen und von dieser speziellen Schönheit. Viele haben bemerkt, dass im Tod eigentlich noch eine ganze Menge an Leben steckt.
 
Was kommt als nächstes?
 
Es ist ein Kurzfilm mit dem Tod (als Person) geplant. Allerdings von der lustigeren Seite her. Der nächste FullDome soll sich eventuell mit Tanz beschäftigen. Jetzt steht erstmal der Master an und die Annahme dessen….
 
Zum Film:
 
In unserem Kurzfilm visualisieren wir die biologischen Phasen des Todes: Totenflecken, Leichenstarre, Autolyse, Fäulnis und Verwesung. Jene Phasen wurden von uns ästhetisch realisiert und abstrakt dargestellt. Der Film besteht auf der auditiven Ebene aus gesprochenen Fragmenten von Juliane Uhl, die sich in ihrem Beruf mit Tod beschäftigt und unseren Bildern ihre Worte leiht. Weiterhin benutzen wir Musik und Geräusche, um die Visualisierung zu unterstützen.
 
"5 Minuten Tod" beschäftigt sich mit einem Thema, welches den meisten Menschen unangenehm und gleichzeitig unbekannt ist. Unser Film soll den Tod entmystifizieren und auf eine Ebene bringen, die wir als selbstverständlich verstehen und als ein Teil unseres Lebens. "5 Minuten Tod" ist gewisser Maßen unser Versuch, ein Echo aus dem Unbekannten zu visualisieren.

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